Fernabitur

Wer das Abitur nachholen möchte und nach entsprechenden Wegen sucht, stößt zuweilen auch auf das Fernabitur. Das Abitur per Fernlehrgang an einer Fernschule nachzumachen, erscheint vor allem Berufstätigen sehr reizvoll, denn auf diese Art und Weise kommen sie in den Genuss einer maximalen Flexibilität und müssen nicht regelmäßig an Abendunterricht geschweige denn Vollzeitunterricht an einem Kolleg teilnehmen. Vor allem Letzteres ist ohnehin nicht mit dem Job vereinbar und daher für Interessenten, die berufstätig sind, ein absolutes Ausschlusskriterium.

Was ist das Fernabitur?

Zunächst stellt sich die Frage, was sich konkret hinter dem Begriff Fernabitur verbirgt. Wenn man bedenkt, dass man als Jugendlicher die gymnasiale Oberstufe zwei bis drei Jahre in Vollzeit besuchen muss, um anschließend die Abiturprüfung in Angriff nehmen zu können, erscheint es unrealistisch, dass man sich auch per Fernkurs auf die Prüfung zur Erlangung der allgemeinen Hochschulreife vorbereiten kann. Doch genau diese Möglichkeit bietet das sogenannte Fernabitur, das auf Fernunterricht basiert und somit unabhängig von Zeit und Ort durchlaufen werden kann.

Abitur in Heimarbeit – Wie funktioniert das Fernabitur?

Beim sogenannten Fernabitur bereitet man sich gewissermaßen in Heimarbeit aufs Abitur vor. All diejenigen, die das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg trotz Berufstätigkeit oder familiärer Verpflichtungen nachholen möchten, dürften am Konzept des Fernabiturs Gefallen finden. Dieses ist als Fernlehrgang konzipiert und wird von einigen privaten Fernschulen offeriert. Der Ablauf gestaltet sich dabei wie bei jedem anderen Fernkurs. Der Teilnehmer erhält das Lernmaterial per Post oder Mail und muss dieses eigenständig durcharbeiten. Mitunter werden zu bestimmten Terminen Haus- und Einsendeaufgaben verlangt, während erfahrene Fernlehrer kompetente Unterstützung bieten. Je nach Anbieter werden zum Teil noch ergänzende Seminare zur Prüfungsvorbereitung angeboten. Für die eigentliche Prüfung muss man sich an die am Wohnort zuständige Schulbehörde wenden und dort die Zulassung zur Externenprüfung beantragen. Das Fernabitur schafft als Fernlehrgang die Basis dafür, dass das Nachholen des Abiturs gelingt.

Die simple und zudem äußerst flexible Funktionsweise des Fernabiturs sorgt dafür, dass es sich hierbei um eine der gefragtesten Varianten handelt, das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachzumachen. Allerdings sollte man hoch motiviert, engagiert und diszipliniert sein, um diese Herausforderung zu meistern.

Welche Kosten fallen beim Fernabitur an?

Der Besuch einer privaten Fernschule geht natürlich mit gewissen Kosten einher, so dass Abiturienten auf dem zweiten Bildungsweg auch an die Finanzierung denken müssen. Grundsätzlich muss man beim Fernabitur mit Gebühren in Höhe von 4.000 Euro bis 6.000 Euro ausgehen.

Wie lange dauert das Fernabitur?

Wie schnell man per Fernstudium das Abitur nachholen kann, hängt vom persönlichen Lerntempo sowie der vorhandenen Vorbildung ab. In der Regel muss man von einer Dauer von 2,5 bis 3 Jahren ausgehen.

Ist das Fernabitur anerkannt?

Mitunter haben manche Menschen die Befürchtung, dass es dem Fernabitur an Anerkennung mangeln könnte, weil es sich „nur“ um einen Fernkurs handelt. Derartige Befürchtungen sind aber vollkommen unangebracht, schließlich steht am Ende des Fernstudiums die bundesweit anerkannte Externenprüfung, die von der jeweils zuständigen Behörde speziell für all diejenigen angeboten wird, die das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachholen und zur Vorbereitung kein Gymnasium, Kolleg, berufliches Gymnasium oder Abendgymnasium besucht haben.

Welche Voraussetzungen gelten für das Fernabitur?

Welche Voraussetzungen für das Fernabitur gelten, ist zunächst Sache der jeweiligen Fernschule und hängt somit vom Anbieter ab. Grundsätzlich kann also jeder am Fernunterricht teilnehmen und sich im Zuge dessen das umfassende Abiturwissen aneignen. Hierfür sorgt auch die Tatsache, dass verschiedene Einstiegsstufen angeboten werden. Weitaus wichtiger sind in diesem Zusammenhang die Zulassungsbedingungen für die Nichtschülerabiturprüfung. Dabei gilt es vor allem zu beachten, dass man im vorherigen Jahr keine staatlich anerkannte Schule zur Erlangung der allgemeinen Hochschulreife besucht haben darf, weil sich die Externenprüfung ausdrücklich an Nichtschüler richtet.

Wo kann man das Fernabitur machen?

Wo man das Fernabitur am besten macht, hängt vor allem davon ab, was man erwartet. Rein theoretisch kann man sich auch autodidaktisch auf die Externenprüfung vorbereiten und sich voll und ganz dem Selbststudium widmen. In der Regel ist es aber besser, sich an eine adäquate Bildungseinrichtung zu wenden, die umfassendes Lernmaterial sowie eine professionelle Unterstützung durch kompetente Lehrer bietet. Wenn sich der Besuch eines Abendgymnasiums, Kollegs oder der Volkshochschule in Ermangelung ausreichender Flexibilität nicht bewerkstelligen lässt, bietet sich ein Fernstudium an. Zahlreiche Fernschulen bieten ihren Schülern die Möglichkeit, das Abitur per Distanzunterricht nachzumachen. Folglich kommen für das Fernabitur diverse Fernschulen infrage. Bei Interesse sollte man sich selbst ein Bild anhand des Informationsmaterials und eines Probemonats machen und gegebenenfalls auf die Suche nach Erfahrungsberichten begeben.